A
- B - C
- D - E
- F - G
- H - I
- J - K
- L - M
- N - O
- P - Q
- R - S
- T - U
- V - W
- X - Y
- Z
Allele:
Eine oder mehrere alternative Formen eines Gens am
selben Locus (Ort) im Chromosom, z.B. gibt es für die
Merkmalsausprägung Blutgruppe die unterschiedlichen Allele A, B
und Null. Jeder Mensch besitzt für jedes Gen jeweils zwei Allele
(eins von der Mutter und eins vom Vater), die gleich oder verschieden
sein können.
Amniozentese:
Punktion der Amnionhöhle zur Gewinnung von
Fruchtwasser mit fetalen Zellen und Proteinen. Die fetalen Zellen
werden in Kultur genommen, um die kindlichen Chromosomen darstellen zu
können (bei bekannten Erkrankungen gegebenenfalls auch
molekulargenetische und biochemische Untersuchungen).
Aneuploidie:
Abweichung von der normalen Chromosomenzahl (beim
Menschen 46).
Autosomen:
Alle Chromosomen (Chromosom-Nr. 1-22) mit Ausnahme
der Geschlechtschromosomen X und Y (®
Gonosomen).
Balancierte
Chromosomenaberration:
Chromosomenstörung, die durch einen Umbau
zwischen homologen oder nicht-homologen Chromosomen zu einer
qualitativen Veränderung der Chromosomenstruktur führt, die
aber keine Änderung der Menge des genetischen Materials zur Folge
hat (im Gegensatz zu ® unbalancierten
Aberrationen).
Chorionzottenbiopsie:
Punktion des Mutterkuchens zur Gewinnung von
(extra-) fetalen Zellen für die Chromosomen- und Gendiagnostik.
Chromatiden:
Fadenförmige längliche Untereinheiten
von ® Chromosomen, die vom ® Zentromer zusammengehalten werden.
Chromatin:
Das Material, aus dem die Chromosomen bestehen:
hauptsächlich DNA und bestimmte Eiweißstoffe.
Chromosomen:
Träger der Erbinformation (Gene). Sie
bestehen jeweils aus zwei Schwester®
chromatiden, die aus ® Chromatin
aufgebaut sind. Sie sind nach Anfärbung als faden- oder
stäbchenförmige Gebilde während der ®
Metaphase sichtbar.
Chromosomenaberration:
Numerische (zahlenmäßige) oder
strukturelle Veränderung der Chromosomen.
Deletion:
Strukturelle Aberration mit Verlust eines
Chromosomen- oder DNA-Abschnitts.
Diploidie:
Doppelter Chromosomensatz, der aus zwei haploiden
also einfachen Chromosomensätzen (einem mütterlichen und
einem väterlichen) zusammengesetzt wird. Abgesehen von den
Keimzellen liegt in (fast) allen Körperzellen ein diploider
Chromosomensatz vor.
DNA (desoxyribonucleid acid)
(=DNS) Desoxyribonucleinsäure:
Lineare, hochmolekulare Substanz, in der die
Erbinformation enthalten ist.
Dominantes Merkmal:
Merkmal, das durch ein ®
Allel ausgeprägt wird, welches gegenüber anderen Allelen
desselben Gens stets bevorzugt wird. Z.B. ist das Merkmal "krauses
Haar" dominant gegenüber dem Merkmal "glattes Haar".
Duplikation:
Strukturelle Aberration mit Verdoppelung eines
Chromosomen- oder DNA-Abschnitts.
Euchromatin:
chromosomale Regionen mit genetisch aktivem
Material (vgl. ® Heterochromatin).
Extrafetal:
Bei extrafetalem Gewebe handelt es sich um Zellen,
die den gleichen Ursprung haben wie der Fetus, sich in der
Embryonalphase aber zu Plazenta, Chorion oder Amnion entwickelt haben.
FBS (fetal
blood sample):
Punktion der fetalen Nabelschnur zur Gewinnung von
fetalem Blut z.B. für die Chromosomendiagnostik.
Fluoreszenz in situ-Hybridisierung (FISH):
Spezielle Färbetechnik (Form der
nicht-radioaktiven in situ-Hybridisierung) mit der durch
fluoreszenzmarkierte DNA-Sonden spezifische Chromosomen bzw.
Chromosomenregionen angefärbt/markiert werden können.
Gameten:
Weibliche und männliche Keimzellen
Gen:
DNA-Abschnitt, der Erbinformation z.B. zur Bildung
eines Proteins enthält.
GenDG:
Gendiagnostikgesetz, gültig ab dem 1.2.2010
Genom:
Das gesamte genetische Material einer Zelle oder
eines Organismus.
Genotyp:
Die gesamte genetische Information einer Zelle
oder eines Individuums.
Gonosomen:
Geschlechtschromosomen (X- und Y-Chromosom, im
Gegensatz zu den® Autosomen).
Heterochromatin:
chromosomale Regionen mit genetisch inaktivem
Material (vgl. Euchromatin).
homolog:
Bezeichnung für gleiche Chromosomen
mütterlicher und väterlicher Herkunft, z.B. bilden ein
Chromosom 1 vom Vater und ein Chromosom 1 von der Mutter ein homologes
Chromosomenpaar beim Kind.
ICSI (intracytoplasmatische
Spermieninjektion):
Methode der künstlichen Befruchtung, bei der
ein Spermium direkt in die Eizelle eingeführt wird.
Inversion:
Strukturelle Aberration eines Chromosoms, bei der
ein Stück herausbricht und um 180° gedreht wieder eingesetzt
wird. Man unterscheidet perizentrische Inversionen, bei denen das
Zentromer mit einbezogen ist, von der parazentrischen Form ohne
Zentromerbeteiligung.
IVF (in vitro Fertilisation):
Befruchtung im Reagenzglas.
Karyogramm:
Sortierung aller Chromosomen einer Zelle nach
morphologischen Kriterien (Größe, Zentromerlage,
Bandenmuster).
Karyotyp:
Chromosomensatz einer Zelle oder eines
Individuums, charakterisiert durch Anzahl und Morphologie der
Chromosomen (z.B. 46,XY: normaler männlicher Chromosomensatz,
46,XX: normaler weiblicher Chromosomensatz).
Markerchromosom:
Überzähliges Chromosom unbekannter
Herkunft.
Meiose:
Besondere Form der Kernteilung bei der
Keimzellenbildung, bei der der ®
diploide Chromosomensatz auf einen haploiden (einfacher
Chromosomensatz) reduziert wird.
Metaphase:
Stadium der ®
Mitose, in dem die Chromosomen kontrahiert sind und gut präpariert
und dargestellt werden können.
Mitose:
Kernteilung somatischer Zellen
(Körperzellen), bei der aus einer Zelle zwei identische
Tochterzellen entstehen.
Molekulargenetik:
Gebiet der Genetik, das sich mit der Erforschung
und Analyse der genetischen Information auf molekularer -, also auf
DNA-Ebene befaßt.
Monosomie:
Verlust eines Chromosoms in einem diploiden
Chromosomensatz. Der Verlust eines Autosoms ist nicht mit dem Leben
vereinbar, wogegen das Vorhandensein nur eines X-Chromosoms zur
Entstehung des Turner-Syndroms führt.
Mosaik:
Ein Organismus besteht aus zwei oder mehr
Zellinien unterschiedlicher chromosomaler (oder genetischer)
Zusammensetzung, die durch fehlerhafte Teilung der Zellen nach der
Befruchtung entstanden sind. Die Größe der Zellinien eines
Mosaiks hängt mit dem Entstehungszeitpunkt zusammen: je
früher in der Embryonalphase eine ungleiche Zellteilung erfolgt,
um so größer ist der Anteil dieser Zellen am Mosaik.
Mutation:
Veränderung des genetischen Materials (Gen
oder Chromosom), die an die Tochterzellen weitergegeben wird. Ob eine
Mutation in einem Gen eine erkennbare Auswirkung zeigt, hängt von
der Art der Veränderung und der betroffenen Sequenz ab.
Nucleotid:
Nucleotide sind die Einzelbausteine der
Nucleinsäuren (z.B. Desoxyribonucleinsäure, DNS) die
aneinandergereiht ein Riesenmolekül bilden. Jedes Nucleotid ist
aus drei Bestandteilen zusammengesetzt: zwei davon sind immer gleich
(ein Zucker- und ein Phosphatbaustein), einer ist variabel. Der
variable Baustein ist eine Base, die in der DNA in insgesamt vier
Varianten vorkommt: Adenin (A), Guanin (G), Cytosin (C) und Thymin (T).
Diese Basen bilden die 4 Buchstaben eines Alphabets, deren Abfolge den
genetischen Code bildet.
Phänotyp:
Merkmalsbild, Erscheinungsbild einer Zelle oder
eines Individuums, das durch den ®
Genotyp im Zusammenwirken mit Umwelteinflüssen geprägt wird.
Pränatal:
Vorgeburtlich.
Rezessives Merkmal:
Das Merkmal kommt nur dann zur Ausprägung,
wenn beide Allele des zuständigen Gens vorhanden sind,
die für die Merkmalsausprägung verantwortlich sind
(homozygoter Zustand). Typisch für rezessive Erkrankungen ist,
daß Träger nur eines Allels nicht erkrankt sind
(heterozygoter Zustand) (vgl. ®
dominantes Merkmal).
Robertson’sche Translokation:
Bestimmte Form der ®
Translokation, bei der die langen Arme zweier akrozentrischer
Chromosomen verschmelzen (am häufigsten ist eine Translokation
zwischen den Chromosomen 13 und 14). Die Chromosomenzahl reduziert sich
um eins. Da kein genetisch relevantes Material verloren geht, besteht
für den Träger keine Auswirkung auf den Phänotyp,
allerdings kann es bei der Keimzellenbildung zur Entstehung von Gameten
mit quantitativ und qualitativ veränderten Chromosomensätzen
kommen.
Syndrom:
Symptomenkomplex aus gleichzeitig auftretenden
typischen Krankheitszeichen und Merkmalen.
Translokation:
Strukturelle Chromosomenveränderung durch
wechselseitigen Austausch von Chromosomenabschnitten. Bei einer reziproken
Translokation findet der Austausch zwischen nicht-homologen Chromosomen
statt. Wie bei der balancierten Form der ®
Robertson’schen Translokation wird die Balance des genetischen Material
nicht geändert, es besteht jedoch das Risiko der Entstehung von
quantitativ und qualitativ veränderten Keimzellen. Von einer
unbalancierten Translokation, einer quantitativen Veränderung,
spricht man, wenn genetisches Material verloren geht oder
zusätzlich vorliegt.
Triploidie:
Der gesamte Chromosomensatz ist 3x vorhanden
(normalerweise liegt ein diploider, also zweifacher Chromosomensatz
vor); häufige chromosomale Ursache von Fehlgeburten.
Trisomie:
Vorhandensein eines zusätzlichen Chromosoms
neben einem normalen homologen Chromosomenpaar. z.B. führt das
dreifache Vorliegen des Chromosoms 21, die Trisomie 21, zum klinischen
Erscheinungsbild des Down-Syndroms.
Unbalancierte
Chromosomenaberration:
Chromosomenstörung, die zu einer
quantitativen Veränderung des genetischen Materials führt und
damit in der Regel eine Auswirkung auf den Träger hat (im
Gegensatz zu ® balancierten
Aberrationen).
Zentromer:
® Heterochromatische
Chromosomenregion, an der die beiden Schwesterchromatiden eines
Chromosoms miteinander verbunden sind und an der während der ® Mitose oder ®
Meiose die Spindelfasern ansetzen.
Zytogenetik:
Gebiet der Genetik, das sich mit der Erforschung
und Analyse der Chromosomen befaßt.
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